Die große Schlafzimmerkommode

Projekt 4

 

 

 

 

Diese Kommode wird von der Planungsleistung und den Vorarbeiten und Sägereien mit Abstand das größte Projekt, wohl auch in meinem ganzen Leben. Selbst der massive Landhaustisch oder die 4 großen deckenhohen Bücherregale im Kentwood Stil, die in einigen Monaten anstehen, werden bei Weitem einfacher.


Holz: 50 x 30 mm, 48 x 24 mm, 100 x 23 mm, Sperrholzplatten 3mm dick

Andere Materialien: 16 x Schubladenschienen, 4x40, 4x30 Schrauben, 16 Schubladenknäufe

Lacke: Cremeweiß (Lidl) Türkis(Bauhaus), alle auf Wasserbasis und alle extra angemischt.

Maschinen: Akkuschrauber 20+18+14V (Parkside, Einhell, AEG), Kapp- und Zugsäge (Einhell), Bohrmaschine (Bosch)

Pläne und Inspiration: Ana White (Alaska, USA)  ana-white.com/ und
thedesignconfidential.com/2014/03/free-diy-furniture-plans-how-to-build-dawson-tallboy-dresser




Das halbe Wohnzimmer muss mittlerweile herhalten, um den Platz zu bieten, den ich brauche. Aber am Ende der Renovierung der Butze steht ja dann auch das Wohnzimmer und je schneller ich voran komme, desto schneller profitiert ja auch das Wohnzimmer mit seinen Bücherregalen und Landhaustischen und Couchtischen davon.


Wie sehr ich die neuen Landhaus-Bücherregale brauche, bezeugt vielleicht dieses Bild:



Dieses Bücherregal hat innen zwei Reihen und auf den Büchern stehen auch noch Bücher. Ich habe es so vollgeladen, dass es wohl Probleme mit dem Gewicht bekommen könnte. Zumindest fürchte ich das......

Rechts daneben kann man die gebauten Schubladen sehen, an denen ich gerade schleife. Ich brauche einen Exzenterschleifer und habe mich wohl bald soweit, loszuziehen und wieder einen Fuffy springen zu lassen für den, den ich im Auge habe. Es ist ein Ryobi, relativ leise und eine gute Schleifleistung soll er liefern. Klingt sexy.







Das hier ist die Platte der Kommode, bevor sie geschliffen und lasiert wird. Die Gaunerin war noch etwas uneben, das rede ich ihr mit ein paar Schraubzwingen schon noch aus. 













Nach ein paar Wochen Schleifen und einem Kurzaufenthalt am Bodensee bei Charlotte, kam die große Lasur-Ernüchterung. Ich habe gecheckt, dass Lasuren für mich nun doch relativ uninteressant sind. Warum ist das so? Nun, erst einmal muss ich sagen, dass ich im Streichen von Lacken mit der Zeit zu einem Halbprofi mutiert bin. Ich habe es mittlerweile einfach drauf, den Lack so zu streichen, dass sie wie Lasuren aussehen. Warum ist das wichtig? Weil Lacke eben deckend sind und damit ein stärkeres Farbgebilde auf dem Holz hinterlassen, und dieses starke Aussehen will ich, und weil es im Bereich Lacke viel, VIEL mehr Auswahl an Farben hat. 

Also, einfach ausgedrückt, ich streiche Lacke lieber so, dass sie im Aussehen dem einer Lasur entspricht - mitunter mit Schleifen, damit das Holz wieder schön durch den Lack durchbricht -, als dass ich diese schwachen Lasuren verwende. Anders ausgedrückt, Lackschichten dünn auftragen und mit dem Schleifgerät bearbeiten, sieht meiner persönlichen Meinung nach viel schöner aus, als Lasuren. Ich bin eben ein Freund starker Farben, auch bei sehr hellen Farben sehen Lacke einfach klasse aus, wenn man sie mit dem Schleifgerät bearbeitet. Diese Muster bekomme ich bei Lasuren nie so toll hin. Leider.

Das Einzige was ich im Bereich Lacke nicht so mag, sind die lösenmittelhaltigen Katastrophen. Es ist ein riesiger Aufwand, die Arbeitsgeräte wieder so sauber zu bekommen. Eigentlich kann man das vergessen, denn die Pinsel sind im Grunde nie mehr sauber zu bekommen, und das macht mich traurig, wenn ich einen Lieblingspinsel zum Teufel jagen muss, warum? Gut, bei Gartenmöbel kann ich das natürlich verstehen, weil sie den Witterungen ausgesetzt sind, und da machen lösemittelhaltige Lacke Sinn, huch, falsches Deutsch, ich meinte, da ergeben diese Lacke Sinn, aus Schutzgründen. Aber Innen, da brauche ich keine lösemittelhaltige Kacke, da tun es die Wasserbasierten. Pinsel schön sauber gemacht, weil wasserbasiert, spitze!




Die Kommode habe ich also nun weitgehend errichtet. Die Seiten miteinander verbunden, die Querstreben zwischen den Seiten verschraubt. Nun geht es ans Lackieren.


Ihr seht das Gerüst, nachdem ich diese Lasur-Tragödie erlitt. Ich war tierisch unzufrieden und entschied, wieder Lacke sprechen zu lassen. Oder seht ihr die chreme-weiße Lasurfarbe auf dem Ding? 😣



Von vorne habe ich das Monster mit den Ausmaßen von 1,5 m x 1 m auch mal geknipst:



Eine erste Schublade musste ich einfach mal verschrauben, ich wollte wissen, ob meine Berechnungen stimmten. Ich war einfach zu fickrig, ich musste es einfach wissen.

Die muss ich dann aber ersteinmal wieder entfernen, damit ich die Platte oben verschraubt bekomme. Man denkt halt einfach manchmal nur von Zwölf bis Mittag. 😕


Nun hoffe ich, alles relativ schnell zu Ende bringen zu können. Ich habe einfach keinen Bock mehr, es wird wirklich Zeit. Schubladen lackieren, Knäufe an die Schubladen, Schubladen einbauen, hinten noch zwei Streben dran schrauben, Platte vorher anschrauben, dann noch an den Seiten Zierleisten wie beim Auto hin, hihi!, dann kann die Bettwäsche umziehen, und die Schlüpper, und die Söckchen.....

Achso, die Schubladen bekommen die Farbe Türkis. Das wollte ich schon, seit der fiese Meteorit die Dinos ins Nirvana geschmettert hat. Also, die Kommode wird chremig-weiß, mit türkisfarbenen Schubladen und türkisfarbener Platte oben drauf.




Leider hatte ich mit den Schienen maximale Probleme. Am Ende hatte es zwischen den Schienen und den Seiten mehr Raum als gedacht. Das hatte zur Folge, dass ein paar Schienen maximalst beansprucht wurden und sogar ihre Kugeln vom Kugellager verloren, weil sie sehr gedehnt wurden. Ich weiß nun nicht, wo genau mein Fehler lag. Es ist mir auch egal. Fakt ist, alle Schubladen lassen sich ausziehen und die unterste Schublade lässt sich nicht ganz schließen. Ihr werdet es nicht glauben, ich weiß nicht genau, warum. Es muss mit den Schienen zu tun haben.

Sei's drum, 100% perfekt ist sie nicht geworden, aber es genügt mir so. Ich bin zum Glück ziemlich genügsam, und mal ehrlich, hätte dieses Projekt auch wie alle anderen zuvor komplett hingehauen, es wäre wirklich gruselig gewesen, denn ich baue ja erst seit 4-6 Monaten meine Möbel selber.



Und so sieht das Ding nun aus.......





Mit dem Wissen, das ich nun habe, würde ich keine Schienen mehr verwenden, weil sie mordsmäßiges Gefrickel bedeuten, weil man in die Kommode geradezu hineinkriechen muss, und weil einfache Holz-auf-Holz-Schubladen-Hölzer weniger Koordination nötig machen.




Ihr seht, die unterste Schublade lässt sich nicht ganz schließen. Mir ist das jedoch komplett egal. Ich bin froh, dass ich die Schublade wie geplant benutzen kann und meine Wäsche ENDLICH mehr Platz haben. Zu lange musste alles was ich habe, in einem engen Bauernschrank hineingestopft werden. Auch die unterste Schublade lässt sich benutzen. Was soll's!




Das war also mein schwerstes Projekt in meinem ganzen Leben. Es kommt nichts Kompliziertes mehr. Größere ja, aber sehr viel einfacher zu bauen. Bücherschränke, Tisch, ev. Couch, alles ist leichter zu bauen. Ich bin froh, die Kacke hinter mir zu haben. Und ich kann es benutzen, mehr muss es nicht sein. Punkt!

Stand: Samstag, 12.März 2016





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